Exhibitions | current & upcoming
gezwanzig projects

Structural Decisions

11. – 21. April
Graben 26 | 1010 Wien

Structural Decisions folgt keiner thematischen Illustration, sondern einer formalen Logik. Die Ausstellung ist als räumliche Konstellation gedacht, in der jede künstlerische Position als eigenständige Entscheidung sichtbar wird.

Die Auswahl konzentriert sich auf Arbeiten, die auf klar definierten strukturellen Prinzipien beruhen – seien es systemische Raster, serielle Verfahren, materialbasierte Prozesse oder kontrollierte Wiederholungen. Entscheidend ist nicht Stilähnlichkeit, sondern die Konsequenz, mit der eine formale Entscheidung durchgehalten wird.

Die Hängung vermeidet Gleichbehandlung zugunsten bewusster Differenzierung. Manche Positionen erscheinen konzentriert in Einzelsetzungen, andere in seriellen Gruppen. Leerräume sind integraler Bestandteil der Dramaturgie. Sie markieren Übergänge, erzeugen Spannung und betonen die Eigenständigkeit jeder Arbeit.

Die räumliche Dramaturgie orientiert sich an Achsen, Blickbeziehungen und Proportionen des historischen Interieurs. Die Arbeiten reagieren nicht illustrativ auf den Raum, sondern behaupten sich durch Präzision, Reduktion und strukturelle Klarheit.

gezwanzig projects formuliert mit dieser Präsentation eine Haltung, in der kuratorische Auswahl, Hängung und Raumbezug selbst als strukturelle Entscheidung sichtbar werden.

 

solo exhibition

das Ich, das ich mir leihe | Roman Pfeffer

2. April - 22. Mai
gezwanzig | VIENNA

Maßsysteme aus verschiedenen Zeiten und Kulturräumen haben sich im Atelier Roman Pfeffers angesammelt. Gemeinsam ist ihnen die Eichung auf „Meter” oder „inch”. Erst in der Anwendung entfalten sie ihr Potential: Maßnehmen, Dinge in Beziehung setzen – unter Umständen auch sich selbst – und in der Vielfalt der vorgefundenen Welt Parameter entdecken, diese Tätigkeiten haben Pfeffer schon früh fasziniert. Er alterniert dabei zwischen dem „sinnlichen” Zugriff auf Konkretes, der Präzision des Messens, der Abstraktion des Vergleichens.

Mit seiner Arbeit „ID” (2026) stellt Roman Pfeffer Systeme aktueller visueller Identity-Codierungen in Frage. Dabei überträgt er das global verwendete Akronym ID auf quadratische Betontafeln mit den Maßen 32 × 32 cm. Sie sind in vier Reihen à 5 Einheiten übereinander angeordnet. Der Körper der Zeichen wird als grauer Beton in Industriequalität belassen.

Mit ihrer haptisch ansprechenden, steinernen Oberfläche setzen sie sich von der farbig gefassten, opaken Hintergrundfläche in hellem Türkis ab. Das vielteilige Bildobjekt, das in seiner perfekten Machart keine persönliche Handschrift erkennen lässt, erscheint als abstrakte, mosaikartige Komposition aus verschiedenen beweglichen Farbflächen. Einem lesenden Blick bleibt sie jedoch zunächst hermetisch verschlossen. Dahinter steckt Kalkül: Entgegen der in Europa gewohnten Leserichtung, hat Roman Pfeffer jede 2. Tafel 90° um die eigene Achse nach links gedreht. Das lineare Bezugssystem der Buchstaben-Reihung wird durchtrennt, eine vereinbarte Ordnung gestört, es kommt auf mehreren Ebenen zur Abstraktion. Mit einer schlichten Handlung der Umordnung wird das Akronym „ID” dekonstruiert und alle Vorstellungen, die damit aufgerufen werden könnten.

Gleichzeitig führt Roman Pfeffer mit dem konventionell lesbaren Titel „ID” auf die entgegengesetzte Fährte, behauptet doch dieser, dass es sich um einen Ich-Bezug handelt. In der Auseinandersetzung mit den widersprüchlichen Signalen, die von Bildobjekt, Titel und aufgerufenen Identitätsvorstellungen ausgehen, wird die Fragilität von Identitätscodierungen vor Augen geführt und mehr noch die grundsätzliche Frage aufgeworfen, ob sich Identität überhaupt codieren lässt.

Text: Heidrun Rosenberg

solo exhibition

Option

11. März – 8. Mai 2026
gezwanzig|TYROL

Der in Dornbirn geborene (*1953) und in Wien lebende Künstler Franz Türtscher zeigt ab 10. März seine neue Ausstellung „Option” in der Leopoldstraße 41 in Innsbruck. Die Schau präsentiert Werke zwischen konkreter Kunst, Schriftbildern und räumlichen Bildarchitekturen.

Bildarchitektur – Offener Rahmen

Zentral ist die Werkgruppe „Bildarchitektur – Offener Rahmen”. Türtscher entwickelt räumlich-reliefartige Bildstrukturen mit Modulcharakter. Sein nach oben offener Rahmen reflektiert den Umraum mit. Geometrische Elemente werden in Aluminiumrahmen wie Module zu dreidimensionalen Wandobjekten gefügt – ein System für Wandel und Veränderbarkeit.

Bild gewordene Schrift

Durch collageartige Wortkombinationen wie „KUNST FORM POESIE” entstehen spannungsgeladene Gefüge. Fehlende Zwischenräume lassen die Typografie zu heterogenen Flächen verschmelzen, die erst auf den zweiten Blick zu entziffern sind. Die Lettern verwandeln sich zu einem Liniengeflecht – Bild gewordene Schrift.

past | Exhibitions