we stumble through messages | Sofia Goscinski

23. September – 14. November 2025

In ihrer zweiten Einzelausstellung in Innsbruck zeigt Sofia Goscinski die Serie Barrikaden erstmals als Rauminstallation. Die Arbeiten treten aus dem innerlich konzipierten Kontext heraus und werden im Raum erfahrbar – ihre Materialität, Präsenz und die räumliche Wirkung werden für Besucher:innen unmittelbar spürbar.

Schutt bildet den Boden der Rauminstallation. Besucher:innen bewegen sich über ein Trümmerfeld, jeder Schritt wirbelt Staub auf. Aus Resten eines ehemals stabilen Gefüges ist eine fragile Landschaft entstanden.

An den Wänden hängen kleinformatige, massiv gegossene Betonblöcke, in deren Inneres Scherben desselben Materials eingegossen sind. Die Bruchstücke sind nicht zufällig verteilt, sondern zu präzisen Kompositionen geordnet. So entsteht ein Spannungsfeld zwischen Zerstörung und Formgebung: Was zerbrochen war, wird in neuer Struktur gebannt. Die Objekte wirken wie „Erinnerungskörper“, die Brüche nicht tilgen, sondern als Narben weitertragen. Sie verweisen auf die Erfahrung, dass Zerstörung immer auch Verlust bedeutet – ein Einschnitt in die Identität, der Spuren hinterlässt – und zugleich auf die Möglichkeit, aus Fragmenten eine neue Form, ein neues Selbst zu gestalten.

Beton, ein Material, das gemeinhin für Dauer, Härte und Stabilität steht, zeigt sich hier als verletzlich. In Goscinskis Arbeit wird das vermeintlich Unerschütterliche brüchig – und eröffnet zugleich Raum für neue Formen und Bedeutungen.

Die Arbeit erzählt vom Kreislauf von Zerstörung und Wiederaufbau. Sie eröffnet einen Raum, in dem Vergänglichkeit nicht verdrängt, sondern sichtbar wird – als Spur, als Narbe, als Möglichkeit von Transformation.

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