Diffractions
Gezwanzig präsentiert Diffractions, eine Einzelausstellung des iranisch–amerikanischen Künstler–Architekten Parsa Khalili in Wien.Khalilis Arbeit begreift Malerei als ein alternatives Medium zur Erzeugung von Raum und Form.
Diffractions vereint eine Werkgruppe, die Khalilis fortlaufende Auseinandersetzung mit der Frage vertieft, wie Licht, Farbe und Geometrie durch malerische Prozesse neu konfiguriert werden können, um architektonische Räume hervorzubringen. Geometrie fungiert dabei nicht als starres Ordnungsprinzip, sondern als ein offenes, bewegliches System, in dem räumliche Felder verwischen, aufbrechen oder neu artikuliert werden.
Aus einfachen Volumina entstehen durch Prozesse der Beugung und Auflösung neue räumliche Konstellationen, in denen Form in einem Zustand produktiver Ambivalenz gehalten wird. Kanten zerfallen, verschieben sich oder falten sich in benachbarte Flächen hinein, sodass Form zugleich Präsenz im Raum behauptet und sich in diesen auflöst. Diese Operationen sind nicht bloß optischer Natur, sondern verweisen auf das Verhalten gebauter Räume unter Spannung. Sie machen sichtbar, wie architektonische Logiken brechen, sich ausdehnen und in neue Gefüge gleiten. Grenzen, die einst Form stabilisierten, werden zu Schwellen, die Geometrie in einen Zustand der Unbestimmtheit überführen.
Farbe fungiert innerhalb dieses Systems als struktureller Code. Durch ihre Verschiebung und Entkopplung beginnen Formen, ihre erwarteten Grenzen zu überschreiten. Lichtverläufe gleiten über die Oberflächen und erzeugen Atmosphäre aus Geometrie heraus. Die entstehenden Bildräume oszillieren zwischen Klarheit und Ungewissheit und präsentieren Raum als etwas zugleich Erkennbares und Werdendes.
In dieser Werkgruppe wird Raum nicht gebaut, sondern freigelegt und neu zusammengesetzt. Geometrie wird durchlässig, Licht wird wirksam. Malerei wird zu einem Ort, an dem Architektur in veränderter, diffuser und gebrochener Form wieder erscheint.